
Es klingt wie ein Albtraum und ist für die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Wilnsdorf doch bittere Realität: Ein Feuerwerk entzündet sich selbstständig, gefolgt von Explosionen, sich schnell ausbreitenden Bränden und dichtem Rauch. Menschen sind im Gebäude von Feuer eingeschlossen und in höchster Gefahr. Um sich für solche Situationen zu rüsten, trainierten die Feuerwehrleute am 26.09. an der CVJM-Bildungsstätte Wilgersdorf mit Hilfe professioneller Pyrotechniker, die die Übung zur sprichwörtlichen Feuerprobe werden ließen.
11 Löschzüge rückten zur CVJM-Jugendbildungsstätte Wilgersdorf aus
Es sollte ein herrlicher Abend werden, gekrönt von einem atemberaubenden Feuerwerk. Doch es endete völlig unerwartet.
Ein Feuerwerkskörper entzündet sich plötzlich während des Aufbaus. Raketen fliegen wie unkontrollierte Geschosse zwischen den Zuschauern umher. Panik entsteht. Menschen schreien und fliehen, andere versuchen zu löschen. Eine menschliche Fackel; die Kleidung eines Mannes ist in Brand geraten. Er versucht, den Flammen zu entkommen. Und bricht reglos zusammen.
Feuerwerkskörper fliegen durch Fenster und Türen ins Gebäude. Die Räume sind voller Menschen, die noch gar nicht begreifen, was da passiert als zudem ein Schaltschrank in Brand gerät. Jugendliche werden vermisst. Sie stehen rufend an den brennenden Fenstern. Die Flammen schneiden ihnen den Rückweg ab. Endlich alarmiert jemand die Feuerwehrleitstelle Siegen. Diese schlägt bei den zuständigen Löschzügen Wilnsdorf und Wilgersdorf Alarm. Rettungsdienste rücken aus.
Löschzüge von A bis Z
All das klingt wie ein furchtbarer Albtraum. Aber es ist „nur“ eine Übung für ein solch furchtbares Ereignis. Am 26. September 2015 veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Wilnsdorf ein spektakulär lebensechtes Training auf dem Gelände der CVJM Jugendbildungsstätte in Wilnsdorf-Wilgersdorf. Elf Löschzüge von Anzhausen, über Flammersbach, Gernsdorf, Niederdielfen, Oberdielfen, Obersdorf, Rinsdorf, Rudersdorf, Wilden, Wilgersdorf bis Wilnsdorf traten zu dieser Übung an. Ihr oberstes Ziel: Menschenrettung und Brandbekämpfung.
Lebensechte Kulisse durch Spezialeffekte
Damit alles so realistisch wie möglich wirkt, waren auch echte Profis am Werk. Mit dem Siegener Unternehmen Martin D Spezialeffekte übten die Feuerwehren unter lebensechten Bedingungen. Der mit staatlicher Zulassung ausgebildete Pyrotechniker Martin Drunck und seine Mannschaft sorgten für realistische Szenen. Sie garantierten Zuverlässigkeit, Sicherheit und Technik auf dem aktuellsten Stand für Bühnenpyrotechnik und jegliche Art von Feuerwerk.
Explosionen und Feuerimitationen stellten die Pyrotechniker durch realistisches Feuerwerk und Querschläger nach. Nebelmaschinen sorgten dafür, dass man die sprichwörtliche Hand vor Augen nicht sah. Bengalfeuer und Theaterlichter, Flammenexplosionen sowie Sirenen boten eine lebensechte Kulisse.
„Normalerweise“ sorgt das Unternehmen Martin D Spezialeffekte für unvergesslich schöne Momente durch professionelle Feuerwerke und atemberaubende Effekte bei besonderen Events wie Firmenfesten, Großveranstaltungen, Hochzeitsfeiern und Silvester.
Reale Menschrettung mit „echten Verletzten“
Flashover, Flammensimulationen, Räume und Gänge voll Rauch, explodierende Elektrogeräte und Funkenblitze forderten die Rettungskräfte aufs Äußere. Sogar „echte Verletzte“ sorgten dafür, dass das Feuerwehr-Training ein unvergessliches Erlebnis wurde. Damit es sich für die Feuerwehrleute auch wirklich echt anfühlte und entsprechend aussah, schminkte das Jugendrotkreuz Obersdorf die „Verletzten“, gespielt von den Mitgliedern der Reservistenkameradschaft Wilnsdorf.
Auch wenn es wie ein Albtraum klingt, für die Feuerwehrleute sind solche Übungen enorm wichtig, um sich für den Ernstfall zu rüsten. Je echter, desto besser.
